Sandviken auf Ulvön:
Ferien im Fischerlager
Wer einmal seine Ferien auf Ulvön verbracht hat, kommt meistens wieder. Schon seit Jahren zieht die Insel eine bunte Mischung aus Feriengästen an, unter ihnen Läufer, Paddler und Genießer.
Text: Philipp Olsmeyer, Foto: Peder Sundström
Seit jeher ziehen die reichen Gewässer im nordschwedischen Ångermanland Fischer aus dem ganzen Norden an. Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert waren es vor allem Familien aus Gävle, Roslagen und Städten am Mälarsee, die sich von Frühsommer bis Spätherbst in der nordschwedischen Region niederließen, von hier aus mit ihren Booten in See stachen und Handel betrieben. Am Ende der Saison kehrten sie auf großen Segelschiffen, »haxen« genannt, wieder zurück in ihre Heimat, voll beladen mit eingelegtem Hering, aber auch mit Milchprodukten und Leinenstoffen.
Eine der Hochburgen der sogenannten »Fernfischerei« (schw. fjärrfiske) war die Insel Ulvön. Hier findet man gleich drei ehemalige »Fischerlager«, die früher nur während der Sommermonate bewohnt waren: Grunna im Süden, Sandviken im Norden und Ulvöhamn am Sund zwischen den beiden Inselhälften. Sie alle bestanden anfangs aus einfachen Schuppen, die ansässige Bauern saisonweise an Fischer aus der Ferne vermieteten. Im Laufe der Zeit wurden hinter den Schuppen kleine Wohnhäuser errichtet, und jede kleine Siedlung bekam ihre eigene Kapelle, eine Backstube, Ställe und Gehege für die mitgebrachten Ziegen.
Mit dem Ende der Fernfischerei wurden immer mehr Hütten von lokalen Fischern übernommen – heute sind es oft beliebte Sommerhäuser. Das malerische Ulvöhamn entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel und ist heute in der ganzen Welt als Heimat des »Surströmmings« (saurer Hering mit der besonderen Duftnote) bekannt. Wer allerdings noch einmal in die Fischereigeschichte der Region eintauchen möchte, radelt am besten von hier aus quer über die Insel ins Dorf Sandviken.
Eine große Gemeinschaft
Nach acht Kilometern über den kurvigen Schotterweg erreicht man die malerische, von Klippen eingerahmte Sandbucht. Am Wasser stehen zwei Reihen mit 24 Fischerhütten aus massivem Naturholz. Dazwischen flattern bunte Badetücher. Familien sitzen beim Essen, Kinder springen umher. Im Hintergrund schimmert das tiefblaue Meer. Neben der kleinen weißen Kapelle spielt ein Grüppchen Frisbee-Golf. Es gibt ein Volleyballnetz und einen holprigen Bolzplatz. Etwas abseits stehen Waschhaus und Sauna mit Meerblick.
Alles über das Fischerlager Sandviken und weitere wunderbare Orte in der Weltnaturerbe-Region Höga Kusten findet ihr in der NORR Frühlingsausgabe.
Fischfangtradition an der Höga Kusten
Sandvikens Fiskeläge
Kulturreservat und Feriendorf auf der Insel Ulvön.
sandvikensfiskelage.se
Trysunda
Schäreninsel mit Fischerlager im Naturschutzgebiet.
hogakusten.se/trysunda
Högbondens Fyr
Leuchtturm mit Jugendherberge gegenüber dem Fischerdorf Bönhamn.
hogbondenfyr.se






