Lundhags nachhaltige Philosophie
Als der Schuhmacher Jonas Lundhag 1932 mit der Stiefelproduktion begann, dachte er nicht im Entferntesten an so etwas wie »sustainable design«. Doch mehr als 80 Jahre später ist der klassische Lundhags-Stiefel zum Prototypen für nachhaltiges Design geworden.
Jonas Lundhag wollte Stiefel herstellen, die die Feuchtigkeit in den Wäldern seiner Heimat Järpen, das rund sechzig Kilometer westlich von Östersund liegt, aushielt. Einige Jahre später fing man an, die Stiefel mit Zellgummi und dem charakteristischen hohen Lederschaft herzustellen – diese Verarbeitungsweise hat sich das Unternehmen über die vergangenen Jahrzehnte bewahrt. Ein Grundgedanke des »sustainable design« ist, dass Material und Konstruktion nicht nur einfach zu reparieren, sondern auch leicht wieder in alle wiederverwertbaren Einzelteile zerlegbar sein sollen. Stiefel von Lundhags halten bei richtiger Pflege ein ganzes Leben lang. Und gehen sie doch einmal kaputt, so kann man sie in den meisten Fällen immer noch flicken.
»Unsere Schuhmacherei in Järpen bekommt oft Stiefel zur Reparatur, die über zwanzig Jahre alt sind. Diese wurden so gefertigt, dass man jedes noch so kleine Teil austauschen kann, sei es eine Öse oder eine Sole«, sagt Anders Blomster, Marketingchef bei Lundhags. »Das gilt für alle unsere Stiefel.«
Leicht zu reparieren
Diese Philosophie der Schuhmacherei wendet Lundhags auch für alle seine anderen Produktkategorien an: Rucksäcke, Kleidung und die Nischenprodukte für Nordic Iceskating. Sara Wiksten ist Chefin der Einkaufsabteilung und verantwortlich für die Nachhaltigkeitsarbeit. »Die Einzelteile von Rucksäcken, wie zum Beispiel die Hüftgurte, sind leicht auszuwechseln und zu reparieren. Das bieten wir in Järpen auch mit an. Rund 60 bis 70 Prozent unserer Kleiderkollektion wird aus einer Materialmischung aus Polyester und Baumwolle, zumeist aus ökologischer Produktion, hergestellt. Diese Materialien kann man leicht nähen, wenn man zum Beispiel einen Riss in seiner Wanderhose hat«, berichtet sie. »Unsere Schlittschuhe werden in Schweden aus recyceltem schwedischen Stahl hergestellt. Sollen sie selbst recycelt werden, können sie leicht demontiert werden.«
Darüber hinaus verwendet Lundhags bevorzugt zurückhaltende Farben und Stile, damit Bekleidung und Schuhe nicht so schnell wieder aus der Mode geraten – ein weiterer Aspekt von nachhaltigem Design.
Eine Frage des Materials
Lundhags gehörte zu denen, die bereits sehr früh auf Umweltfragen in ihrer Produktion geachtet haben. Die Firma war zum Beispiel eines der ersten schwedischen Outdoor-Unternehmen, die ökologische Baumwolle im größeren Umfang verwendet haben. Den Großteil davon kauft das Unternehmen heute von den Herstellern Schöller und Primaloft, deren Produkte eine »bluesign«-Zertifizierung besitzen. PFOA-Substanzen wurde schon früh gemieden und aktuell wird daran gearbeitet, auch Materialien mit C6-Verbindungen aus der Produktion zu verbannen (siehe NORR 3/2014). Das Leder für die Stiefel stammt aus der umweltfreundlichen »Terracare«-Serie des deutschen Unternehmens Heinens und wird voll und ganz in Deutschland hergestellt.
Was bei Lundhags bisher noch ausbaufähig war, ist die systematische Umweltarbeit, wonach jedes einzelne Teil in der Produktion einem klaren, messbaren Nachhaltigkeitsplan folgt. Anders Blomster sagt dazu: »Wir sind ein sehr kleines Unternehmen mit ungefähr 25 Angestellten. Auch wenn viele von uns vom Umweltgedanken inspiriert sind, sind wir uns bewusst, dass wir noch systematischer arbeiten müssen. Eine neu geschaffene, interne Arbeitsgruppe soll uns da einen großen Schritt weiter bringen.«

Lundhags produziert königliche Stiefel – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Unternehmen ist Hoflieferant des schwedischen Königshauses. Bereits sei 1932 stellen die Schuhmacher von Lundhags im jämtländischen Järpen Stiefel her, die allerhöchsten Ansprüchen genügen. Heute produziert das Unternehmen auch hochwertige Bekleidung, Rucksäcke und technisches Outdoor-Equipment.
lundhags.se






