Fjällräven Classic 2014: Leserreportage 1
NORR hat unter zahlreichen Bewerbern zwei Reisereporter ausgewählt, die vom 10. Fjällräven Classic berichten. Am 9. August ging es für Denise und Thomas mit SAS nach Kiruna.Was Thomas auf der 110 km langen Wanderung erlebt hat, erfahrt ihr hier.
Text & Foto: Thomas Müller
Wandern in trauter Vielsamkeit
Dumpfes Pochen in den Füßen begrüßt mich aus den Tiefen meines Schlafsacks. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät die frühe Morgenstunde. Ich öffne die Luke meines Zeltes ein kleines Stück und entdecke einige schwer bepackte Gestalten, die sich ihren Weg entlang des Tales zwischen Fels und Gestrüpp bahnen. In der Ferne das Rauschen eines Flusses und irgendwo in der Höhe zwischen den Bergwipfeln der Ruf eines Bussards – Willkommen im schwedischen Fjäll.
Kiruna, 9. August 14:25 Uhr: Auf der ansonst menschenleeren und von Wald umsäumten Flugbahn landet eine Maschine aus Stockholm. Fünfzig Rucksäcke verlassen das Flughafengebäude, werden in die bereitstehenden Busse umgeladen und zum örtlichen Zeltplatz transportiert. Zum nunmehr zehnten Mal findet der Fjällräven Classic im nördlichen Schweden statt. Hoch über dem Polarkreis begeben sich dieses Jahr wieder rund 2000 Menschen auf eine über 110 Kilometer lange Reise, entlang des Kungsleden von Nikkaluokta nach Abisko – durch Regen, Sturm und sonstigen Widrigkeiten. Übernachtet wird dabei im Zelt und dank des in Skandinavien üblichen Jedermannrechts hat man dabei freie Platzwahl. Auch für frisches Quellwasser und süße Heidelbeeren sorgt die Natur entlang des über 100 Jahre alten Weges, auf dem wir in den kommenden fünf Tagen für NORR als Reisereporter unterwegs sein werden.
Matsch, Sumpf und Nebel
Auf dem Zeltplatz in Kiruna wuseln Menschen aus allen möglichen Ländern herum. Der Großteil stammt aus Schweden, dicht gefolgt von den deutschen Wanderern, Norwegern und Finnen. Auch etwa 150 Südkoreaner sind dieses Mal dabei. So macht sich eine bunt gemischte Truppe am nächsten Morgen zum Aufbruch bereit. Im Gänsemarsch überqueren wir kleinere Sumpfpassagen, stolpern über die holprigen Wege und lassen die Zivilisation dabei immer weiter hinter uns. Schon bald lichtet sich das Feld an Wanderern und verteilt sich in der weiten Landschaft, die sich nun vor uns erstreckt. Über der Baumgrenze herrscht ein frischer Wind, welcher ungehindert durch die breiten Täler pfeift und dunkle Regenwolken im Schlepptau hat. Doch daran möchten wir noch gar nicht denken und genießen die warme Abendsonne während unser Kocher leise vor sich hin brodelt.
So vergehen die ersten beiden Tage wie im Flug. Alle Varianten der Tütennahrung werden analytisch diskutiert und verglichen. Mit Holz beheizte Saunen lindern derweil unsere geschundenen Schultern und sorgen nach einer frischen Abkühlung im Fluss für neuen Antrieb. Am dritten Tag erreichen wir den höchsten Punkt der Tour auf 1140 Metern und so gut gesinnt uns das Wetter bis hier hin auch war, setzt nun ein kalter Regen ein, der die Landschaft in eine monotone Mischung aus Matsch, Sumpf und Nebel verwandelt. Nach so einem nasskalten Tag heißt es am Abend nur noch: trockene Klamotten an und rein ins Zelt.
Grandiose Landschaft
Entlang des Alesjaure führt der Pfad durch hügeliges Gelände, vorbei an einigen Sami- Siedlungen. Das Wetter bleibt weiterhin sehr gemischt, Regen und Sonne wechseln sich im Minutentakt ab. Nach viereinhalb Tagen erreichen wir schließlich das Ende des Kungsleden in Abisko und damit auch das Ziel unserer Wanderung. Als die ersten Strommasten und festes Mauerwerk in Sicht kommen, wollen wir am liebsten umdrehen, um die Ruhe und Gelassenheit der Natur noch etwas länger genießen zu können. Im Ziel werden wir gebührend gefeiert und bekommen sogar Goldmedaillen überreicht. Danach genießen wir die erste warme Dusche seit nunmehr einer Woche. Der Abschluss unseres Abenteuers findet gemeinsam mit vielen anderen bei Bier, Musik und kulinarischen Köstlichkeiten statt.
So viel Anstrengung und Überwindung es uns in manchem Momenten auch gekostet hat, schwärmt am Ende doch jeder von dem Wander-Erlebnis und der grandiosen Landschaft des Fjälls. Auch für mich steht fest: dies wird nicht mein letztes Skandinavien-Abenteuer gewesen sein.
Hier geht es weiter zum Reisebericht von Denise.
Thomas Müller

Wenn Thomas (21) nicht gerade mit seiner Kamera unterwegs ist, studiert er Produktgestaltung in Schwäbisch Gmünd. Seit er vor drei Jahren zum ersten Mal in Skandinavien war, zieht es ihn immer wieder dort hin.
Die Wanderung

Der Fjällräven Classic findet seit 2005 statt. 2013 nahmen 2.200 Teilnehmer aus 30 Nationen teil. Die 110 km lange Wanderung in Schwedisch-Lappland führt auf 7 Etappen von Nikkaluokta nach Abisko.
fjallraven.de/classic
swedishlapland.de
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Weitere Infos
Ein ausführliches Interview mit Thomas und Denise zu ihren Erfahrungen könnt ihr hier lesen.
Mehr Infos zur Wanderung und Anmeldung lest ihr hier.






