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Die neue NORR

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Guiding group in field_Photo Johanna Gardestrîm

Renaturierung des Vindelälvens: Ziel des Projektes "Vindel River Life" ist das ursprüngliche Flussbett wiederherzustellen.

Restored GargÜn. Photo Johanna Gardestrîm

Die Tier- und Pflanzenwelt wird an und in dem Wasserlauf wieder zu neuem Leben erweckt.

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Freie Fahrt für Fische: Die Lachse können wieder ungehindert den Fluss hinaufwanden - und geangelt werden.

Stonepire_ photo Johanna Gardestrîm

Eine alte Steinmauer am Vindelälven, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Vindelälven-Renaturierung: Alles ist im Fluss

Fast fünf Jahre lang wurde der Vindelälven-Fluss in Nordschweden renaturiert. Nun können Naturliebhaber und Sportangler endlich in den Genuss des Ergebnisses kommen. Und die Fische können sich mal so richtig austoben.

Text: Nicolas Jändel, Foto: Stefan Ågren

Es gibt an der Landstraße 363 Stellen, an denen Johanna Gardeström einfach nicht vorbeifahren kann, ohne anzuhalten. Die Stromschnelle Djupselforsen ist so ein Ort.

Johanna ist jedes Mal hin und weg von so viel Schönheit. Sie hat eine besondere Beziehung zum Vindelälven, wuchs sie doch direkt an dem Fluss auf, in einem kleinen Dorf etwas weiter südlich, das Spöland heißt. Vor fünf Jahren übernahm sie in ihrer Eigenschaft als Projektleiterin an der Universität Umeå die Verantwortung für die Renaturierung des Vindelälven, die unter dem Namen »Vindel River Life« initiiert wurde. Ziel des Projektes ist, das ursprüngliche Flussbett wiederherzustellen – so wie es vor der Industrialisierung war.

Auf diese Weise soll auch die Tier- und Pflanzenwelt an und in dem Wasserlauf wieder zu neuem Leben erweckt werden. »Zu Beginn waren die Menschen hier etwas skeptisch. Was wir denn hier wollten, wurden wir gefragt. Doch schon bald verstanden die meisten, dass unsere Arbeit sich positiv auf die Natur auswirken würde. Jetzt bekommen wir sogar Anrufe von Leuten, die wollen, dass wir uns die Nebenflüsse auf ihren Grundstücken anschauen«, berichtet Johanna.

Legendäres Angelparadies

Der Vindelälven ist ein sogenannter befriedeter »Nationalfluss«, was bedeutet, dass hier kein Wasserkraftausbau stattfinden darf. Die Quellflüsse des Vindelälven entspringen im schwedischen Fjäll und der Fluss erstreckt sich bis in die Ostsee – wild und mächtig. Für schwedische und internationale Sportangler gilt der Fluss mit seinen Nebenläufen als legendäres Angelparadies. Früher wurden hier regelmäßig fünf bis sieben Kilo schwere Forellen aus dem Wasser gezogen. Bis heute gibt es Forellen und Äschenbestände.

Doch wie so viele andere Flüsse in Norrland ist der Vindeläven von den Spätfolgen der Flößerei betroffen, die von 1850 bis 1976 auf dem Fluss betrieben wurde. Alles, was den Transport der Baumstämme aufhielt, wurde gnadenlos entfernt. Das Flussbett wurde bereinigt und begradigt. Doch für die Tiere und Pflanzen, die im Vindelälven ihren Lebensraum hatten, war es eine Katastrophe. »Fließendes Wasser produziert keine eigenen Nährstoffe. Die werden von Land aus in den Fluss geschwemmt. In einem für die Flößerei optimierten Wasserlauf, der keine natürlichen Hindernisse mehr aufweist, wird jedoch alles direkt ins Meer gespült. Auch die natürlichen Tummelplätze für die Fische werden so vernichtet.«

Natürliches Chaos

Als die Gewinne aus der Flößerei zurück gingen und das Holz stattdessen per LKW und auf der Schiene transportiert wurde, verloren viele Flößer ihren Arbeitsplatz. »Zu Beginn der 70er Jahre begann man an vielen Stellen, die Flussläufe zu renaturieren. Viele der Flößer ließen sich zu Fischwirten umschulen und kümmerten sich fortan um die Pflege des Lebensraums der Tiere.«

Das Renaturierungsprojekt im Vindelälven ist auf fünf Jahre ausgelegt und wird im Herbst 2015 abgeschlossen. Mit einem Budget von 20 Millionen Kronen ist es bisher einmalig in Schweden. Insgesamt werden 25 Nebenflüsse und 1 000 Tummelplätze für die Fische angelegt. Für Außenstehende mag der Fluss jetzt »chaotischer« aussehen als zur Zeit der Flößerei, als das Idealbild eines Flusses ein eingemauerter Kanal war. Im Rahmen des Projektes wurden große Steinblöcke und Holzstämme in das Flussbett zurückgelegt. Beide bieten Schutzräume für die Fische und fungieren außerdem als Nährstofflieferanten. Zum Schutz des Fischrogens wird regelmäßig Schotter nachgefüllt. Bereits jetzt ist eine deutliche Verbesserung des Fischbestandes in den Nebenflüssen wie dem Gargån und Ruskträskbäcken zu sehen. Und im Vindelälven wandern wieder Lachse. »Wir schaffen neue Voraussetzungen für die Fische. In einigen Jahren wird der Effekt des Projektes für die Menschen und Sportangler hier noch deutlicher werden«, erklärt Johanna Gardeström.

Johannas Lieblingsplätze am Vindelälven

Schönste Stromschnellen: Djupseleforsen und Vemforsen

Schönstes Dorf: Vindelgransele in der Gemeinde Lycksele

Schönste Strecke: Die Landstraße 363, die zum Großteil direkt am Fluss vorbeiführt. Hier sollte man einfach irgendwo anhalten und das Brausen des Wassers auf sich wirken lassen.

4 ANGELREVIERE IM NORDEN

1 Vindelälven, Schweden 

Schwedischer »Nationalfluss « in Norrland, der sich über 500 Kilometer von den Bergen bis ins Meer erstreckt. In der Nähe von Bottenviken mündet er in den Umeälven. Als Angelrevier ist der Fluss in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Auch die Nebenflüsse sind nicht zu verachten. Mehr Informationen: turist@sorsele.se

2 Glomma, Norwegen 

Der Fluss schlängelt sich durch ein Tal und die Natur rundherum verschlägt einem den Atem. Stromschnellen, ruhiges Wasser und Stauwasser wechseln sich ab. Glomma ist für seinen großen Äschenbestand bekannt – wer hier keine fängt, fängt auch woanders keine. glommaguiden.com

3 Laxa, Island

Der Laxa ist einer der berühmtesten isländischen Fischwasser. Das Vergnügen ist leider nicht ganz billig, aber jedes Jahr wandern Lachse und Meeresforellen en masse den Fluss hinauf. Folgt man dem Flusslauf, stehen die Chancen sehr gut, weiter oben auch gewöhnliche Forellen zu fangen. Fischen auf Island ist in jeder Hinsicht ein besonderes Erlebnis. icelandfishingguide.com

4 Kuusamo, Finnland

Das Gebiet in Finnlands Norden ist unter Sportanglern auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt und umfasst sowohl Seen als auch Flüsse. In Kuusinkijoki oder Kitkajoki gibt es spannende Flüsse für Angel- Freaks. fishingkuusamo.fi





Natur & Umwelt Artikel NORR Frühling 2014
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Europäische Umwelthauptstadt Kopenhagen

Nach Stockholm trägt Kopenhagen als zweite nordische Hauptstadt für ein Jahr lang den Titel »Europäische Umwelthauptstadt«. 17 Städte hatten sich beworben, doch die dänische Hauptstadt ließ die Konkurrenz weit hinter sich. »