Trænafestival:
Ab ins Nordland!
Die Tickets für das Trænafestival waren schnell gekauft, doch eine Frage blieb: Wie kommt man nur nach Træna? NORR-Leserin Henni Tomczak über ein traumhaftes Musikfestival auf der kleinen norwegischen Insel am Polarkreis.
Text & Fotos: Henni Tomczak
Mit einer Fläche von gerade mal 15 Quadratkilometern bildet die kleine Insel(-gruppe) eine der kleinsten Kommunen Norwegens. Etwa 500 Menschen leben auf der am Polarkreis gelegenen, ältesten Fischerinsel Norwegens. Sie ist eine der am weitesten vom Festland entfernten Inseln, gefühlt schon mitten im Atlantik.
Unsere Reise begann im Rhein-Main-Gebiet und sollte uns bis ins Nordland führen. Stokkvägen hieβ das Ziel, von wo aus das Schnellboot gen Traena startete. Für Autos ist auf Træna kein Platz, existieren doch ohnehin nur eine Handvoll befahrbare Straβen. Vollgepackt mit Campingequipment für mehrere Tage ging es aufs Boot. Als am Horizont die Haifischartigen, zackigen Berge der Trænainsel Sanna erscheinen halten wir förmlich den Atem an.
2000 Personen fanden sich auf Træna über lange vier Tage ein, ein jeder hatte eine abenteuerliche Reise hinter sich und alle waren sie gespannt auf den Midsummer Norsk Bea – an einem kleinen magischen Ort wo die Sonne nicht untergeht. Hier gibt es kein Gerangel, ein jeder ist hier um die wunderschöne, felsig raue Natur mit ihrem einzigartigem Musikfestival zu genießen. Hier genießt fast jeder Zeltplatz Meeresblick!
Die Pop, Rock und Indie-Musiker sind aus Norwegen, Schweden und Island und wurden durch die sehr speziellen Konzert-Locations zum einmaligen Erlebnis. Die kleine Dorfkirche in Træna oder die Grotte von Kirkehelleren auf der Nachbarinsel Sanna, die einen ganz speziellen Klang hervorbringt.
Die Hauptbühne steht auf Traenas Fußballfeld wo neben norwegischer Küche auch norwegische Handwerkskunst zu bestaunen ist. Das Zeitgefühl ist schnell verloren und es nicht außergewöhnlich sich in einer der Tipi-Zelte zum Kaffee trinken zu treffen, wenn die Mitternachtssonne das Festival in etwas Magisches verwandelt. Die Norweger dort schüttelten immer wieder verwundert die Köpfe und stellten uns die Frage warum wir solch eine lange Reise auf uns nehmen, doch die Frage ist schnell beantwortet: die wunderschöne Einzigartigkeit der entlegenen Insel und das poetische Musik-Festival unter der Mittsommernacht haben eine enorme Anziehungskraft. Wer glaubt, Træna in Shorts und Flips Flops besuchen zu können – es ist schließlich Sommer – irrt schnell. Die raue Insel hat es in sich und bietet kaum Schutz vor starken Winden.
Am letzten Tag ging es auf die Nachbarinsel Sanna mit ihren unverkennbaren spitzen Bergen sowie den bunt gewürfelten kleinen Fischerhäusern an denen Stockfische zum Trocknen hängen. Auch auf Sanna sind die Bewohner in das Festival integriert. Es gab vom Gartenzaun aus frisch gebackene Waffeln, Stockfisch, leckere Erbsensuppe sowie kleine Handmade-Souvenirs. Durch einen nur mit Kerzen beleuchteten Tunnel, in dem akustische Musik sowie Geschichten aus der nordischen Mythologie vorgetragen werden gelangt man auf den so genannten Felsendom. Oben angekommen wird man mit einem Sekt gestärkt um Mut für den Abstieg zu sammeln, der an einem Stahlsteil erfolgt – entlang am steilen Felsen.
Der Höhepunkt des Festivals war das anschließende Grottenkonzert, bei der die einzigartige Natur entgültig zur Bühne des Festivals wird.
Links:
“Isolation pur: Træna Festival & Co” (NORR 2013:1)
NORR-Leser
Henni Tomczak (33) arbeitet als Model Maker für Stop Motion Filmprojekte in ganz Europa. Sie lebt in Mainz am Rhein und liebt es, um die Welt zu reisen.
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