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Denkmal für Utøya
10 March 2014
Drei Jahre ist es her, dass ein Mann eine Bombe in der Osloer Innenstadt zündete, anschließend ein Camp auf der Insel Utøya stürmte und 77 Menschen erschoss. Jetzt wurden erste Pläne für ein mögliches Denkmal veröffentlicht.
Der Plan stammt von dem schwedischen Künstler Jonas Dahlberg. Er legt mehr Gewicht auf Natur und Landschaft, weniger auf die Architektur. An der Stelle, wo sich der als Polizist verkleidete Mann am 22. Juli 2011 Zugriff auf die Insel verschaffte, soll ein großes Loch aus Wasser und Luft entstehen. Dafür wird ein Teil der Landmasse der Insel herausgenommen, so dass eine Art Fjord entsteht, der sich tief in die Insel hineinbohrt, wie eine Wunde.
Dahlgren kam bei seinem ersten Besuch der Insel auf diese Idee. Als er durch die leeren Zimmer der Gebäude am Unglücksort ging, spürte er tiefe Traurigkeit und Leere. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Draußen hingegen war alles anders. Dort ging das Leben weiter. Die Natur beseitigte all die Spuren des Verbrechens. Dieser Kontrast brachte Dahlgren auf eine Idee. Um das Massaker auch von Seiten der Natur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, soll sich ein Loch wie eine Wunde in die Landschaft hineinbohren. Ein unwiderruflicher Einschnitt in die Natur, der nicht von Moos oder Gräsern überwuchert und verdeckt werden kann. An den Ecken werden die Namen aller Opfer zu lesen sein. Erinnern und Vergessen sollen auf diese Weise in ein Gleichgewicht gebracht werden.








