Nordische Fotografie: Botanik mit Helene Schmitz
Garten und Natur haben in der westlichen Kultur immer etwas Paradiesisches. Nicht jedoch für die schwedische Fotografin Helene Schmitz, in deren Werk wir die dunklen Seiten der Botanik erleben dürfen.
Text: Nina Grundemark
Passend zum romantisierten Frühlingsbeginn zeigt das Abecita Kunstmuseum in Borås vom 7. Februar bis 14. April ihre jüngsten Projekte The Carnivores (2008), Sunken Gardens (2010) und The Kudzu (2012). Helene schmeißt unser naives Bild einer passiven und friedvollen Pflanzenwelt über den Haufen. Sie zeigt fleischfressende Pflanzen in extremen Nahaufnahmen und dokumentiert die Invasion des wuchernden Wein-Gewächses Kudzu in Georgia und Alabama. Schönheit und Albtraum liegen bei der Fotografin nah beieinander.
Im Jahr 2010 reist sie, angeregt durch das Tagebuch des Carl-von-Linné- Schülers Daniel Rolander, nach Surinam. Hier stößt sie inmitten des südamerikanischen Regenwalds auf die Schmetterlingsfarm eines Holländers. Helene dokumentiert das erfolglose Bemühen des Mannes, den Dschungel zu bändigen. Wir erleben zerbrechliche Strukturen, die mit der erdrückenden Umwelt verwachsen. »Mich fasziniert das Ineinandergreifen von Natur und Kultur«, sagt Helene. Die Fotografin wurde 1960 in Schweden geboren und ist vor allem in Schweden und Frankreich tätig.
NINA GRUNDEMARK

NINA GRUNDEMARK ist Kuratorin, Kunsthistorikerin und Gründerin von »Swedish Photography«. Die Galerie auf der Berliner Karl-Marx-Allee ist eine Institution für Fotografie aus Schweden. In NORR präsentiert Nina skandinavische Fotografen, Ausstellungen und Bücher.
Helene Schmitz – En annan natur,
7. Februar–14. April 2013,
Abecita Konstmuseum, Borås.






