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Woolpower-Fabrik

Auf den Etiketten steht der Name jeder Näherin.

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"Wenn man selber die Verantwortung trägt, ist man mehr um die Qualität bemüht."

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Woolpower-Wolle aus Uruguay und dem argentinischen Teil von Patagonien.

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Seit der Firmengründung 1972 wird die gesamte Herstellung in Östersund abgewickelt.

Die Woolpower-Fabrik:
Alles unter einem Dach

In der Diskussion um die Rückverfolgbarkeit liegt Woolpower ganz weit vorne. Zum Beispiel ist der Name jeder Näherin auf den Etiketten der Kleidung zu finden.

Viele Fragen, die von multinationalen Bekleidungsunternehmen nur zögerlich beantwortet werden, sind für Woolpower kein Problem. Die schwedische Firma gehört zu den führenden Herstellern von Wollfunktionsunterwäsche. Wie wird das Rohmaterial produziert? Welche Arbeitsbedingungen herrschen in der Fabrik, wo die Produkte genäht werden? Kann man die Bekleidung wiederverwerten – und wenn ja, wie? Als NORR der Woolpower-Fabrik in Östersund im nordschwedischen Jämtland einen Besuch abstattet, können wir mit eigenen Augen sehen, wie das Garn vor Ort zu Stoff verarbeitet wird.

»Seit der Firmengründung 1972 haben wir die gesamte Herstellung durchgängig in Östersund abgewickelt«, berichtet Pål Dufva, Leiter der Abteilung für Produktentwicklung, Einkauf und CSR. »Durch unser begrenztes Farbspektrum und Produktsortiment übernehmen wir gleichzeitig Verantwortung für die Umwelt. Wir produzieren auch nicht für jede Saison neue Kollektionen. Unsere Modelle sind langlebig und zeitlos«, fügt er hinzu.

Nahtloser Übergang

Wenn die Stoffe fertig sind, werden die Zuschnitte für die einzelnen Produkte angefertigt, die dann an die rund 30 Näherinnen weitergeleitet werden. Ann-Mari Lund ist eine von ihnen. Sie arbeitet schon seit 1977 für Woolpower. »Viele, die hier anfangen, glauben, dass es in einer Textilfabrik laut und schmutzig zugeht und sehen ihren Job als eine Art Durchgangsstation. Aber sie merken dann ziemlich schnell, dass die Vorurteile nicht stimmen und bleiben«, sagt Ann-Mari. Im Unterschied zu größeren Fabriken, wo die Näherinnen oft nur einen Teil des Endprodukts nähen, trägt eine Woolpower-Mitarbeiterin Verantwortung für den gesamten Nähprozess – von der ersten Naht bis zur letzten. Für die einzelnen Arbeitsschritte muss die Näherin dementsprechend oft den Platz wechseln, da jeder Schritt an einer anderen Maschine ausgeführt wird. Wenn das Kleidungsstück fertig ist, wird ein Etikett mit dem Namen der Näherin eingenäht – eine Art individueller Qualitätsnachweis. »Wenn man selber die Verantwortung trägt, ist man mehr um die Qualität bemüht. Auch aus ergonomischer Sicht ist es gut, an verschiedenen Maschinen zu arbeiten«, erklärt die Woolpower-Veteranin.

Schafwolle aus Uruguay

Das Einzige, was das Unternehmen importiert, ist die Wolle. Die Woolpower-Wolle kommt von Schafsfarmen in Uruguay und dem argentinischen Teil von Patagonien. »Wir besuchen die Farmen regelmäßig, um die Lebensbedingungen der Schafe zu überprüfen. In Südamerika gibt es zum Glück kein Mulesing, weil das Klima für einen Befall mit Fliegenmaden zu kalt ist. Die Wolle wird dann von unserer Partnerfirma in Deutschland, die sich sehr für die Umwelt einsetzt, gefärbt. Gemeinsam arbeiten wir kontinuierlich daran, unseren Einfluss auf die Umwelt zu minimieren«, berichtet Pål Dufva.

Das neueste Produkt aus der kleinen Textilfabrik in Östersund sind Filzsohlen, die aus Stoffresten gefertigt werden, die beim Zuschnitt anfallen. Im vergangenen Winter gewannen die Recycel-Sohlen bereits Gold bei den Ispo Awards (siehe NORR 2/2014). »Ab kommendem Winter nehmen wir in Schweden auch alte Wollfunktionsunterwäsche zurück, die wir dann ebenfalls für die Produktion der Sohlen verwenden werden«, sagt Pål zum Abschluss.