Nordische Fotografie: Landschafts-kONSTRUKTE
Landschaften sind die Basis vieler Kunstwerke. In der Fotografie geht es jedoch selten darum, Landschaften lediglich zu reproduzieren. Nina Grundemark über Fotografen, deren Model die Landschaft ist.
Text: Nina Grundemark
Schweden und Deutschland haben vieles gemeinsam. Vor allem die Ingenieurskunst und die Liebe zur Natur verbinden beide Länder. Ich möchte deshalb drei Künstler vorstellen, die sich der Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel bedienen, um Landschaft zu »konstruieren«. Drei visuelle Erfinder und Erforscher.
Auf den »Imaginary Meetings« der Finnin Riitta Päiväläinen treten alte Kleidungsstücke in Dialog mit der Landschaft. Ein konstruiertes Aufeinandertreffen, in dem die ehemaligen Eigentümer – und ihre Geschichten – gleichzeitig anwesend und abwesend sind. Die Landschaft wird dabei zum persönlichen Hintergrund, zum Subjekt.
Der Schwede Gerry Johansson war immer wieder in Deutschland, um mit der Kamera nach Besonderheiten und Gemeinsamkeiten beider Länder zu suchen. Das Ergebnis in fantastischer Grauskala ist vom 15. Februar bis 30. März in der Galerie »Swedish Photography« zu sehen.
Misha Pedans Buch »Stereo_Typ« hat 2012 viel Lob geerntet und ist sowohl in Europa als auch Schweden als Fotobuch des Jahres nominiert worden. Aufgewachsen in der Sowjetunion zog Pedan 1990 nach Schweden. Sein kultureller Hintergrund bietet ihm für seine Arbeit zwei verschiedene Referenzrahmen. Er gestaltet Bilder, die ihren Zusammenhang sowohl in sich selbst, als auch neben sich haben.

NINA GRUNDEMARK ist Kuratorin, Kunsthistorikerin und Gründerin von »Swedish Photography«. Die Galerie auf der Berliner Karl-Marx-Allee ist eine Institution für Fotografie aus Schweden. In NORR präsentiert Nina skandinavische Fotografen, Ausstellungen und Bücher.






